Die SEC hat Nasdaqs geänderten Vorschlag für generische Listing-Standards bei Commodity-Based Trust Shares veröffentlicht und die Entscheidungsfrist verlängert. Für Krypto-Anleger ist wichtig: Das ist keine ETF-Zulassung, sondern ein Regelverfahren für mögliche Krypto-ETPs mit digitalen Rohstoffen.
Kurz gesagt: Nasdaq will den Rahmen für solche Produkte flexibler machen; die SEC entscheidet bis Ende Juli über den nächsten Verfahrensschritt.
Der Antrag betrifft Rule 5711(d) und die generischen Standards für Commodity-Based Trust Shares.
Die Änderung präzisiert den 15%-Puffer, den Begriff Digital Commodity und aktiv gemanagte Strategien.
Bis dahin soll die Behörde genehmigen, ablehnen oder ein Verfahren zur möglichen Ablehnung einleiten.
Was die SEC-Mitteilung bestätigt
Die Veröffentlichung bestätigt vor allem ein laufendes Regelprüfungsverfahren. Nasdaq möchte, dass Commodity-Based Trust Shares unter bestimmten Bedingungen bis zu 15 Prozent ihres Nettoinventarwerts in Vermögenswerte halten dürfen, die nicht die üblichen Kriterien der generischen Listing-Standards erfüllen.
Dieser Puffer soll nach dem geänderten Vorschlag auf bestimmte digitale Rohstoffe und Wertpapiere begrenzt sein. Zugleich soll der Begriff „Digital Commodity“ in die Nasdaq-Regel aufgenommen werden. Nicht bestätigt ist damit eine konkrete Zulassung eines einzelnen ETF oder ETP.
Der Kern für Krypto-ETPs
Für den Krypto-Markt ist der Vorschlag relevant, weil er den Weg für breiter zusammengesetzte Produkte strukturieren könnte. Nasdaq nennt als Beispiel unter anderem digitale Rohstoffe, die nicht selbst alle bestehenden Kriterien erfüllen, aber nur einen begrenzten Teil des Produkts ausmachen.
Ein zweiter Punkt betrifft aktiv gemanagte Strategien. Bisher sind die generischen Standards stärker auf Produkte ausgerichtet, die die Entwicklung eines Referenzwerts oder Index abbilden. Der geänderte Vorschlag würde auch aktiv gemanagte Commodity-Based Trust Shares ermöglichen, sofern weitere Anforderungen eingehalten werden.
Was Anleger nicht ableiten sollten
Die Mitteilung ist kein Startsignal für ein neues Retail-Produkt in Deutschland oder Europa. Sie sagt auch nichts über Gebühren, Verwahrung, konkrete Emittenten oder die Verfügbarkeit einzelner Fonds aus. Entscheidend ist zunächst, ob die SEC den Regelvorschlag akzeptiert oder ein vertieftes Prüfverfahren eröffnet.
Für deutschsprachige Anleger ist der Vorgang dennoch wichtig, weil US-Listing-Regeln häufig den Takt für neue Krypto-ETP-Strukturen setzen. Der praktische Punkt lautet: Die Produktpipeline könnte flexibler werden, aber die regulatorische Tür ist noch nicht vollständig offen.
Fazit
Nasdaq und SEC arbeiten weiter an der Marktstruktur für Krypto-ETPs. Der geänderte Vorschlag bringt mehr Klarheit zu 15%-Puffer, Digital-Commodity-Definition und aktivem Management. Eine Zulassung ist daraus aber nicht abzuleiten; der nächste belastbare Prüfpunkt ist der 27. Juli 2026.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Bei komplexen Krypto-Sachverhalten sollten Anleger ihre individuelle Situation fachlich prüfen lassen.

